(Bewusstseins-) Bildung in der Elektromobilität

Die Automobilbranche steht nach Jahrzehnten stabiler Strukturen und Entwicklungen vor einem tiefgreifenden, disruptiven Wandel. Altgediente Antriebe stehen zur Diskussion, neue Antriebstechnologien etablieren sich. Damit der wichtige Beitrag der Automotivbranche zum Wirtschaftswachstum weiterhin bestehen bleibt, gilt es proaktiv den Wandel mitzugestalten und entsprechende Fachkompetenz und Bildungsangebote aufzubauen.

Einer Studie des Klima- und Energiefonds zufolge hat die Branche der Elektromobilität das Potential, in Österreich bis 2030 über 30.000 Jobs und über drei Milliarden Euro an Wertschöpfung zu generieren. Damit dieses Potential auch tatsächlich hierzulande realisiert werden kann, müssen zwei entscheidende Faktoren beachtet und verfolgt werden: Einerseits ist natürlich Voraussetzung, dass die Elektromobilität in Österreich eine maßgebliche Marktdurchdringung erreicht und von Kunden als zukunftsweisende Alternative wahrgenommen wird. Andererseits benötigt es zur Realisierung dieser oben genannten Potentiale auch den Aufbau und die Sicherung der entsprechenden Technologiekompetenz in Österreich. Beides sind Faktoren, die mit Bildung zu tun haben: Bewusstseinsbildung bei Kunden und Wirtschaftstreibenden sowie attraktive Bildungsangebote für alle Bildungsniveaus.

Mit Bewusstseinsbildung zur Marktdurchdringung
Um die Marktdurchdringung der Elektromobilität weiter zu unterstützen, benötigt es in der jetzigen Phase insbesondere Bewusstseinsbildung auf Basis objektiver und valider Informationen. Nach wie vor haben viele potentielle ElektromobilitätsnutzerInnen Vorurteile und verfügen über so genanntes „Halbwissen“. Daher ist es heute von großer Bedeutung, dass die Branche der Elektromobilität sich darauf konzentriert, Kunden und Wirtschaftstreibenden einfach verständliche und verlässliche Daten zur Verfügung zu stellen. Aber wir alle wissen, dass wir nicht nur rational entscheiden. Daher ist es auch in der Elektromobilität sinnvoll und notwendig, verstärkt positive Emotionen zu vermitteln und dabei die so genannten Kaufmotive anzusprechen (bspw. Neugierde, Prestige, gutes Gewissen und Convenience), um die Elektromobilität noch attraktiver zu machen. So etwa zeigte der Ergebnisbericht im Rahmen des Projektes Future Fleet, dass es drei Kategorien Menschen gibt, wenn es um ihre Haltung gegenüber Elektromobilität geht: Begeisterte, Kritische und Ablehner. Diese Untersuchung zeigte, dass besonders Personen mit kritischer und ablehnender Haltung nicht ausschließlich mit objektiven Zahlen und Fakten überzeugt werden können, sondern in einem ersten Schritt auf der Gefühlsebene begeistert werden müssen, um eine sachliche, auf Informationen basierende Diskussion zu ermöglichen.

Technologiekompetenz durch Bildung sichern
Um die Wertschöpfung der Elektromobilität auch in Österreich zu halten, ist es dringend nötig, dass wir das Wissen auch hier im Land auf- und ausbauen. Zahlreiche Fachkräfte wird es in den kommenden Jahren in dieser Branche benötigen. Dafür sollten bestehende Bildungsmöglichkeiten adaptiert, parallel aber auch neue Bildungsangebote kreiert werden. Fort- und Weiterbildungen, die schnelle Effekte erzielen, wird es für die Sicherung der Technologiekompetenz genauso brauchen, wie weitere Universitäts- und Fachhochschullehrgänge. Österreichs erstes umfassendes Weiterbildungsangebot im Bereich Elektromobilität, E-Mob-Train (E-Mobilitäts-Training), ist ein Beispiel für eine solche Bildungsinitiative. Ziel ist die Weiterbildung und Vernetzung von Personen, welche sich beruflich mit Elektromobilität beschäftigen (möchten). Absolventinnen und Absolventen erhalten ein Zertifikat der Donau-Universität Krems und haben die Möglichkeit, sich als klimAktiv Kompetenzpartner auszeichnen zu lassen. Der nächste Lehrgang startet im November 2019.

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Dieser von Philip Pascal Kalomiris, M.A. verfasste Beitrag wurde auch im Fachmagazin Flotte und Wirtschaft veröffentlicht. Nähere Informationen finden Sie unter www.flotte.at

Stand: 28.11.2019

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